GHMT Kompetenztage 2017

Zum fünfzehnten Mal fanden die GHMT Kompetenztage als richtungsweisende Plattform zum Wissensaustausch unter Experten der Netzwerkbranche vom 07.03.-09.03.2017 in Homburg/ Saar statt.


Über Innovationen und Neuerungen in der Normung sowie Produktentwicklung wurde über alle drei Veranstaltungstage auf aktuellstem Stand berichtet und auf einem fachlich hohen Niveau intensiv diskutiert. Diverse Fachvorträge mit national und international renommierten Referenten boten hierfür ein fein abgestimmtes Informationsspektrum an.


Mit einem Überblick über den Stand der Entwicklung hinsichtlich der Applikationen bis zu 400 GBit starteten die Teilnehmer in den fachlichen Teil zur passiven IT-Infrastruktur.  Dabei wurde auch die aktuell nicht unumstrittene Norm IEC 30129, deren Inhalte auch in die deutschlandweit beliebte EN-Norm 50310 überführt wurden, hinsichtlich deren Anwendung in der Praxis hinterfragt. Anknüpfend daran wurden die Weiterentwicklung von MultiGBase-T Cabling sowie dahinterliegende Berechnungsmodelle behandelt - und dies von Dave Hess von Cord Data Consultant aus Pittsburgh/Pennsylvania persönlich.  Weiterführend ging es dann um den Zusammenhang zwischen dem ganzheitlichen Ansatz der EN 50 600 mit ihren vier Verfügbarkeitsklassen  und der dazugehörigen Verkabelungsinfrastruktur. Ein unmittelbar anknüpfender Praxisvortrag eines Endanwenders zeigte am Beispiel eines aktuellen Rechenzentrums-Neubauprojekts auf, wie dies systematisch angegangen und von neutraler Hand qualitätsgesichert werden kann.

 

Hinsichtlich der Messung von Installations- bzw. Übertragungsstrecken der Class I und Class II bis 2GHz, wurde die Entstehung der vielfältigen Messsteckeranforderungen aufgezeigt und die neue Norm für die Feldmesstechnik dargestellt. Der anschließende Fachvortrag der GHMT behandelte die Messtechnik aus der Sicht eines akkreditierten Prüflabors und beleuchtete, was Realität  und was heute noch Vision für die Prüfung von Kat. 8.1 bzw. Kat.8.2 Einzelkomponenten  ist.

 

Dass es aus Sicht der Applikation sowie in Bezug auf die LWL-Steckertypen unterschiedlichste Varianten und Möglichkeiten einer LWL-Verkabelung gibt und welche Faktoren zur Auswahl der geeigneten LWL-Einzelkomponenten berücksichtigt werden müssen, wurde folgend diskutiert.

 

Als ganz besonderes Highlight wurde auch die neueste Entwicklung bei der Multimode-Technology sowie der OM5 –Standard erörtert. Zukünftig könnte es sogar auch eine weitere Fasertype geben, die sowohl Single- als auch MultiMode- fähig wäre.

 

Den fachlichen Teil zur passiven IT-Infrastruktur beendete ein weisender Blick in die Zukunft, wie sich zukünftige SDN-Technologie-Entwicklungen der RZ-Hardware auf die Verkabelung auswirken könnten.

 

Gerade bei Funk ist die Innovation sehr lebendig. Schätzungen der Branchenexperten zufolge sollen 50 bis 100 Milliarden Geräte bis zum Jahr 2020 miteinander vernetzt sein und Daten untereinander austauschen, was dann auch über 5G Mobilfunk sowie andere Funkstandards wie WLAN der nächsten Generationen, etc. möglich wäre. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat hierzu die 5G Initiative für Deutschland gestartet und zeigte in einem Fachvortrag auf, was 5G als Schlüsseltechnologie der digitalen Industrie überhaupt ist, wozu 5G verwendet werden kann und wie 5G schrittweise umgesetzt werden soll. Anknüpfend daran wurde beleuchtet, inwieweit sich WLAN und 4G als bestehende Technologien im Hinblick auf industrielle und spezielle Anwendungsfelder „als Mitbewerber für die Zukunft“ weiterhin behaupten können.

 

Aus Sicht der Bundesnetzagentur wurden weiterführend die internationale und europäische Frequenzregulierungen zu WLAN und 5 G sowie die aktuellsten Trends zu WLAN, 5G ITS, M2M und T&T erläutert und auf den europäischen Kommunikationscodex eingegangen.

Wie eindrucksvoll die Entwicklung und wie anspruchsvoll die Anforderungen an WLAN an einem Großflughafen mit sehr vielfältigen Anwendungen sein können, zeigte bei den Endanwender-Vorträgen ein Vertreter eines 5 Star Airports  praxisnah auf.  Welche Anforderungen an die Qualität einer WLAN Planung durch Industrie 4.0 und Smart Factory gestellt werden  und wie heutzutage in einem Fahrzeugprojekt die Einführung von Funklösungen aus Applikationssicht erfolgen sollte, veranschaulichten weitere Praxisvorträge von Endanwendern aus der Automobilindustrie.

 

Mit 116 Teilnehmern wurde einmal mehr bestätigt, wie wichtig ein kontinuierlicher Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch für Endkunden, Planer und Anbieter ist.

 

Die GHMT AG bedankt sich herzlich bei den Referenten und Teilnehmern der GHMT Kompetenztage 2017  für diese gemeinsam gelungene Fachveranstaltung!

 

Wir freuen uns, Sie im kommenden Jahr zu den GHMT Kompetenztagen 2018 wieder willkommen heißen zu dürfen!